Schuhsohle kleben: So reparieren Sie Ihre Schuhe dauerhaft selbst
Die Sohle klafft an der Spitze auf, bei jedem Schritt schmatzt es, und bei Regen werden die Socken nass: Eine sich lösende Schuhsohle ist ärgerlich – aber meistens kein Grund, die Schuhe wegzuwerfen. Mit dem richtigen Kleber und etwas Geduld kleben Sie die Sohle selbst wieder an, und zwar so, dass sie hält. Seit 1956 versorgen wir Schuhmacher mit Material für genau solche Reparaturen. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen, wie die Profis vorgehen.
Welcher Kleber für Schuhsohlen?
Der häufigste Fehler beim Sohlenkleben ist der falsche Klebstoff. Alleskleber, Heißkleber oder Holzleim halten der ständigen Biegung beim Gehen nicht stand. Für Schuhsohlen brauchen Sie einen Kleber, der elastisch bleibt und Gummi, Leder und Kunststoff dauerhaft verbindet.
Kontaktkleber – die erste Wahl für Sohlen
Schuhmacher verwenden für Sohlen fast immer Kontaktkleber. Er wird auf beide Flächen aufgetragen, muss kurz ablüften und verbindet sich dann beim Zusammenpressen sofort und fest. Die Klebestelle bleibt flexibel und wasserfest.
- Kövulfix von Kömmerling – der Klassiker unter Schuhmachern und unser meistverkaufter Schuhkleber. Für Leder, Gummi und Kunststoffsohlen, in der handlichen Tube ab 4,95 €.
- Renia Klebfest – universeller Kontaktkleber für Gummi und Leder, ideal für gelegentliche Reparaturen, ab 3,95 €.
- Für Schuhmacher und Vielnutzer: Renia Colle de Cologne und Siemapren 1309/60 in der großen Dose.
Sekundenkleber – nur für kleine Stellen
Sekundenkleber eignet sich für kleine Ablösungen, zum Beispiel eine lose Ecke am Rand oder ein abstehendes Stück Gummi. Für große Sohlenflächen ist er zu spröde. Mit einem Aktivator-Spray härtet er sofort aus – praktisch ist unser Sekundenkleber-Set mit Aktivator von MALÖ.
Alle Klebstoffe finden Sie in unserer Kategorie Schuhkleber.
Schuhsohle kleben: Anleitung in 6 Schritten
Das brauchen Sie: Kontaktkleber, feines Schleifpapier (etwa Körnung 80–120), Spiritus oder Reinigungsbenzin zum Entfetten, einen kleinen Pinsel oder Spachtel, Wäscheklammern oder Schraubzwingen und einen Hammer.
1. Alte Kleberreste entfernen
Ziehen Sie die Sohle vorsichtig so weit ab, dass Sie gut an beide Flächen kommen. Entfernen Sie alte, bröselige Kleberreste und Schmutz gründlich – neuer Kleber hält nicht auf altem.
2. Klebeflächen anrauen
Rauen Sie Sohle und Schuhunterseite mit Schleifpapier leicht an. Glatte, glänzende Flächen bieten dem Kleber kaum Halt. Bei Gummisohlen ist dieser Schritt besonders wichtig.
3. Entfetten
Wischen Sie beide Flächen mit Spiritus oder Reinigungsbenzin ab und lassen Sie sie vollständig trocknen. Fett, Staub und Weichmacher sind die häufigsten Gründe, warum eine Klebung nach kurzer Zeit wieder aufgeht.
4. Kleber dünn auf beide Seiten auftragen
Tragen Sie den Kontaktkleber dünn und gleichmäßig auf beide Klebeflächen auf. Mehr hilft hier nicht mehr: Eine dicke Schicht trocknet schlecht durch und hält schlechter als eine dünne.
5. Ablüften lassen
Jetzt kommt der Schritt, den die meisten überspringen: Lassen Sie den Kleber ablüften, bis er sich beim Antippen nicht mehr feucht anfühlt – je nach Produkt etwa 10 bis 15 Minuten (beachten Sie die Angabe auf der Tube). Erst dann entwickelt der Kontaktkleber seine volle Kraft.
6. Fest zusammenpressen
Legen Sie die Sohle passgenau an – korrigieren lässt sie sich danach kaum noch – und pressen Sie sie kräftig an. Schuhmacher klopfen die Klebestelle mit dem Hammer fest. Fixieren Sie den Schuh anschließend mit Klammern oder Zwingen und lassen Sie ihn möglichst über Nacht ruhen, bevor Sie ihn wieder tragen.
Wenn Kleben allein nicht reicht
Manchmal ist die Sohle nicht nur lose, sondern abgelaufen. Dann lohnt sich ein Ersatz – den Sie mit demselben Kontaktkleber selbst anbringen können.
Abgelaufene Sohle: Halbsohle aufkleben
Ist der vordere Bereich der Sohle dünn gelaufen, kleben Sie einfach eine neue Halbsohle auf. Für Straßenschuhe eignen sich die eleganten Twingo-Halbsohlen oder die günstige Regent-Halbsohle, für Wander- und Arbeitsschuhe die robusten Outdoor-Halbsohlen. Gerade jetzt im Winter beliebt: die rutschhemmende Winter-Halbsohle Monte Rosa. Alle Modelle finden Sie unter Halbsohlen.
Schiefer Absatz: Absatz erneuern
Abgelaufene Absätze führen zu einem schiefen Gang und belasten die ganze Sohle. Neue Absätze wie den Twingo-Absatz gibt es ab 3,75 € in verschiedenen Größen – passend zu den Halbsohlen. Mehr Auswahl unter Schuhabsätze.
Kleine Löcher und Abrieb: Reparaturpaste
Für ausgetretene Stellen an Ferse oder Spitze gibt es QuickSohl Reparaturpaste von Renia. Sie wird aufgetragen, glattgestrichen und härtet zu einer gummiartigen, abriebfesten Schicht aus.
Häufige Fragen zum Schuhsohle kleben
Wie lange muss eine geklebte Schuhsohle trocknen?
Kontaktkleber hält sofort nach dem Zusammenpressen. Seine volle Festigkeit erreicht er aber erst nach einigen Stunden. Lassen Sie den Schuh deshalb am besten über Nacht ruhen.
Hält eine selbst geklebte Sohle wirklich?
Ja – wenn Sie die Flächen anrauen, entfetten und den Kleber ablüften lassen. Mit einem Schuhmacher-Kleber wie Kövulfix hält die Klebung oft so lange wie der Schuh selbst.
Kann ich Sneaker-Sohlen kleben?
Ja, die meisten Sneaker-Sohlen aus Gummi oder EVA lassen sich mit Kontaktkleber kleben. Wichtig ist gründliches Anrauen und Entfetten, da diese Sohlen oft sehr glatt sind.
Wann lohnt sich der Gang zum Schuhmacher?
Bei rahmengenähten Schuhen, sehr hochwertigen Lederschuhen oder wenn die Sohle komplett ersetzt werden muss, ist der Schuhmacher die bessere Wahl. Für lose Sohlen, Halbsohlen und Absätze können Sie die Reparatur gut selbst übernehmen.
Alles für Ihre Schuhreparatur – versandkostenfrei ab 30 €. Kleber, Halbsohlen, Absätze und Zubehör in Schuhmacher-Qualität finden Sie in unserer Kategorie Schuhreparatur.
